Einschlafen mit Gewahrsein (DE)
Kaum ein Moment des Tages ist so leise wie der, in dem wir einschlafen. Und kaum einer bekommt so wenig Aufmerksamkeit. Dabei lässt sich genau hier meditieren: im Liegen, mit geschlossenen Augen, auf dem Weg in den Schlaf.
Die Übung ist einfach. Wenn du dich hingelegt hast, nimm ein paar langsame, beruhigende Atemzüge und lass deinen Geist zur Ruhe kommen. Dann richte deine Aufmerksamkeit auf die Empfindungen in deinem Körper. Fühlst du dich entspannt, ein wenig müde, eher neutral? Alles davon gehört zur Erfahrung. Der Schlüssel ist ein sehr leichter Kontakt von Gewahrsein, fast mühelos. Du erforschst mit sanfter Neugier, wie es sich anfühlt, einzuschlafen.
Das Schöne an dieser Praxis: Gedanken zuzulassen bedeutet bereits, dass du dich entspannst. Wenn dein Geist abschweift, bring dein Gewahrsein sanft zurück zu den Empfindungen im Liegen. Und wenn innere Kommentare über das Einschlafen auftauchen, lass sie kommen und gehen. Sie zu erkennen, als das, was sie sind, ist bereits ein Stück deiner angeborenen Weisheit.
Du darfst dich dabei jederzeit umdrehen und neu hinlegen. Es gibt hier nichts zu erzwingen und nichts zu beschleunigen. Vielleicht schläfst du mitten in der Übung ein. Genau dafür ist sie da.
